Recht & Steuern

Energieausweis beim Verkauf: Pflichten, Arten und Kosten

Wer ein Haus oder eine Wohnung verkauft, braucht in aller Regel einen gültigen Energieausweis. Welcher es sein muss, wann Sie ihn vorlegen müssen und was in die Anzeige gehört – kompakt erklärt.

Straßenszene in Berlin

Wann Sie einen Energieausweis brauchen

Beim Verkauf eines Gebäudes oder einer Wohnung müssen Sie Kaufinteressenten den Energieausweis spätestens bei der Besichtigung vorlegen. Nach dem Kaufvertrag erhält der Käufer das Original oder eine Kopie. Das gilt auch für einen diskreten Verkauf ohne Anzeige.

Ausnahmen gelten unter anderem für Baudenkmäler und für sehr kleine Gebäude mit bis zu 50 m² Nutzfläche. Bei Eigentumswohnungen wird der Energieausweis in der Regel für das gesamte Gebäude erstellt – fragen Sie zuerst bei Ihrer Hausverwaltung nach.

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis?

VerbrauchsausweisBedarfsausweis
GrundlageTatsächlicher Energieverbrauch der letzten drei JahreBerechnung aus Bausubstanz und Anlagentechnik
AussagekraftAbhängig vom NutzerverhaltenObjektiv vergleichbar
AufwandGeringHöher, meist mit Ortstermin

Ein Bedarfsausweis ist Pflicht für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde – es sei denn, das Gebäude erreicht bereits das Niveau der Wärmeschutzverordnung von 1977, etwa durch spätere Modernisierungen. In allen anderen Fällen haben Sie meist die Wahl.

Pflichtangaben in der Immobilienanzeige

Liegt ein Energieausweis vor, müssen Anzeigen in kommerziellen Medien – zum Beispiel auf Immobilienportalen – bestimmte Angaben enthalten:

  • Art des Energieausweises (Bedarf oder Verbrauch)
  • Endenergiebedarf bzw. Endenergieverbrauch
  • wesentlicher Energieträger der Heizung
  • bei Wohngebäuden: Baujahr und Energieeffizienzklasse

Fehlen Ausweis oder Pflichtangaben, kann das als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden.

Kosten und Gültigkeit

Ein Energieausweis ist zehn Jahre gültig. Ausgestellt wird er von berechtigten Fachleuten, etwa Energieberatern, Architekten oder Ingenieuren. Ein Verbrauchsausweis ist oft schon für unter 100 Euro zu haben, ein Bedarfsausweis kostet je nach Gebäude meist mehrere hundert Euro.

Tipp: Der Bedarfsausweis ist zwar teurer, liefert Käufern aber ein objektiveres Bild – bei gut modernisierten Häusern kann er ein echtes Verkaufsargument sein.

Was sich ändert

Seit dem 29. Juli 2026 heißt das Gebäudeenergiegesetz Gebäudemodernisierungsgesetz. Die Pflicht zum Energieausweis beim Verkauf bleibt bestehen. Mit der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie sollen Energieausweise schrittweise vereinheitlicht werden, unter anderem mit einer europaweiten Skala von A bis G statt der bisherigen deutschen Skala von A+ bis H. Die Änderungen sind ab 2027 angekündigt; die Details stehen noch nicht abschließend fest. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald es Neuigkeiten gibt.

Kein gültiger Energieausweis?

Wir kümmern uns für unsere Auftraggeber darum – passend zu Ihrem Gebäude.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information (Stand: Oktober 2026) und ersetzt keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall.

Vincent Klatt
Vincent KlattStudierter Immobilienwirt bei Timber Immobilien – dem familiengeführten Immobilienmakler für Berlin und Brandenburg. Schreibt im Ratgeber über Verkauf, Bewertung und Recht rund um die Immobilie.